ALLGEMEINE UND BERUFLICHE BILDUNG
Ziel: Es sollte dafür gesorgt werden, dass junge Menschen gleichberechtigt Zugang zu einer hochwertigen allgemeinen und
beruflichen Bildung auf allen Ebenen erhalten; zudem sollten die Möglichkeiten des lebenslangen Lernens gefördert
werden. Das nicht formale Lernen junger Menschen sollte als Ergänzung zur formalen Bildung gefördert und anerkannt
und die Verknüpfung zwischen formaler Bildung und nicht formalem Lernen verbessert werden. Der Übergang junger
Menschen von der allgemeinen und beruflichen Bildung in den Arbeitsmarkt sollte erleichtert und unterstützt werden,
und die Zahl der Schulabbrecher sollte reduziert werden.
Initiativen der Mitgliedstaaten und der Kommission im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeiten
— Förderung der Entwicklung der Jugendarbeit und anderer nicht formaler Lernangebote als eine von mehreren Maßnahmen,
das Problem des vorzeitigen Schulabbruchs anzugehen;
— umfassende Nutzung des auf EU-Ebene vorhandenen Instrumentariums im Hinblick auf Transparenz und Validierung
von Fähigkeiten und zur Anerkennung von Qualifikationen ( 1 );
— Förderung der Bildungsmobilität aller jungen Menschen;
— Bekämpfung von Geschlechterstereotypen und anderen Stereotypen im Rahmen der formalen Bildung und des nicht
formalen Lernens;
— Nutzung der formalen Bildung und des nicht formalen Lernens zur Förderung von Zusammenhalt und gegenseitigem
Verständnis der unterschiedlichen Gruppen, Förderung der Chancengleichheit und Schließung von Leistungslücken;
— Aufbau partizipativer Strukturen im Bildungswesen sowie der Zusammenarbeit zwischen Schulen, Familien und
lokalen Gemeinschaften;
— Förderung der formalen Bildung und des nicht formalen Lernens zur Begünstigung von Innovationssinn, Kreativität
und Unternehmergeist bei jungen Menschen;
— Sensibilisierung der breiten Öffentlichkeit für den Stellenwert nicht formaler Lernergebnisse.
Die Kommission wird Europass zu einem europäischen Instrument zur transparenten Beschreibung von Fähigkeiten
weiterentwickeln, wozu auch Instrumente für die Selbstbeurteilung von Fähigkeiten und die Dokumentierung von Fähigkeiten
durch Dritte, beispielsweise Trägerorganisationen für den Europass-Mobilitätsnachweis, gehören.
BESCHÄFTIGUNG UND UNTERNEHMERGEIST
Ziel: Die Eingliederung junger Menschen in den Arbeitsmarkt — ob als Arbeitnehmer oder als selbständige Unternehmer
— sollte gefördert werden. Der Wechsel von der allgemeinen und beruflichen Bildung bzw. von der Arbeits- oder
Erwerbslosigkeit in den Arbeitsmarkt sollte erleichtert und unterstützt werden. Die Möglichkeiten, Arbeit und Familie
miteinander in Einklang zu bringen, sollten verbessert werden. In der Lissabon-Strategie für die Zeit nach 2010 muss den
jugendpolitischen Belangen Rechnung getragen werden, und die Arbeiten im Einklang mit den allgemeinen Zielen des
Europäischen Jugendpaktes müssen fortgeführt werden.
Initiativen der Mitgliedstaaten und der Kommission im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeiten
— Ausbau und Verbesserung der Investitionen in die Vermittlung der Fähigkeiten, die für die auf dem Arbeitsmarkt
angebotenen Arbeitsplätze erforderlich sind, mit einer besseren kurzfristigen Abstimmung und einer besseren langfristigen
Antizipation der nachgefragten Fähigkeiten;
— Berücksichtigung der besonderen Lage junger Menschen bei der Entwicklung von Flexicurity-Strategien;
— Förderung grenzüberschreitender Berufs- und Beschäftigungsmöglichkeiten für junge Menschen;
— Entwicklung kurzfristiger Maßnahmen in den Konjunkturprogrammen der Mitgliedstaaten zur Förderung der Eingliederung
junger Menschen in den Arbeitsmarkt sowie von Strukturmaßnahmen unter Berücksichtigung der Jugend;
— Entwicklung von Berufsorientierungs- und -beratungsdiensten;
— Abbau der Hindernisse für die Freizügigkeit der Arbeitnehmer in der EU;
— Förderung hochwertiger Praktika und Ausbildungsverhältnisse, die den Eintritt in den Arbeitsmarkt und das Vorankommen
im Arbeitsmarkt erleichtern;
— Verbesserung der Kinderbetreuung und Förderung einer gerechten Aufteilung von familiären Pflichten zwischen den
Partnern, damit sowohl junge Frauen als auch junge Männer Beruf und Privatleben leichter miteinander vereinbaren
können;
— Förderung des Unternehmergeists junger Menschen unter anderem über Vermittlung unternehmerischer Kompetenz
sowie finanzielle Unterstützung von Unternehmensgründungen und Förderung der Anerkennung junger Unternehmen;
— Förderung des Aufbaus europäischer Netze und Strukturen zur Förderung des Unternehmergeists bei Jugendlichen.
— Förderung von unternehmerischer Initiative im Bereich der nachhaltigen Entwicklung
GESUNDHEIT UND WOHLBEFINDEN
Ziel: Gesundheit und Wohlbefinden junger Menschen sollten gefördert werden, wobei der Schwerpunkt auf der psychischen
und sexuellen Gesundheit, auf Sport, körperlicher Aktivität und einem gesunden Lebensstil sowie auf der
Vorbeugung und Bekämpfung von Verletzungen, Essstörungen, Suchtmittelabhängigkeit und -missbrauch liegen sollte.
Initiativen der Mitgliedstaaten und der Kommission im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeiten
— Folgemaßnahmen zur Entschließung des Rates zur Gesundheit und zum Wohlbefinden junger Menschen ( 1 ) und
Förderung von Fitness und körperlicher Aktivität bei der Jugend durch Anwendung der EU-Leitlinien für körperliche
Aktivität ( 2 );
— bei den Maßnahmen zur Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden junger Menschen Berücksichtigung der
Tatsache, dass Gesundheit ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und
nicht nur das Freisein von Krankheit oder Gebrechen ist;
— Förderung eines gesunden Lebensstils junger Menschen durch Sportunterricht, Ernährungsschulung, körperliche Aktivität
und Zusammenarbeit zwischen Schulen, Jugendbetreuern, Gesundheitsexperten und Sportverbänden;
— Betonung des Sports in seiner Trägerfunktion für Teamarbeit, interkulturelles Lernen, Fairness und Verantwortungsbewusstsein;
— Verbesserung des Kenntnisstands und Sensibilisierung der Jugendbetreuer und Jugendleiter in Bezug auf Gesundheitsaspekte;
— Mobilisierung aller Akteure auf lokaler Ebene, um gefährdete Jugendliche zu erkennen und ihnen zu helfen und sie
erforderlichenfalls an andere Dienste zu verweisen;
— Förderung des Peer-Lernens in Gesundheitsfragen;
— Förderung des Schutzes von Kindern und Jugendlichen insbesondere hinsichtlich der Kompetenzen in Bezug auf neue
Medien und Schutz von Kindern und Jugendlichen vor bestimmten Gefahren bei der Nutzung neuer Medien bei
gleichzeitiger Anerkennung der Vorteile und Möglichkeiten, die die neuen Medien jungen Menschen bieten können,
beispielsweise durch die Folgemaßnahmen zu den Schlussfolgerungen des Rates vom 21. Mai 2008 und vom
27. November 2009 über die Medienkompetenz im digitalen Umfeld;
— Erleichterung des Zugangs zu bestehenden Gesundheitseinrichtungen durch eine jugendfreundlichere Gestaltung.
TEILHABE
Ziel: Die Teilhabe junger Menschen sollte auf allen Ebenen der repräsentativen Demokratie und der Zivilgesellschaft sowie
in der Gesellschaft ganz allgemein gefördert werden.
Initiativen der Mitgliedstaaten und der Kommission im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeiten
— Aufbau von Mechanismen für den Dialog mit der Jugend und die Teilhabe von Jugendlichen an der nationalen
Jugendpolitik;
— Förderung der Anwendung bestehender Leitlinien für die Mitteilung, Information und Konsultation der Jugend im
Interesse der Qualitätssicherung bzw. Förderung der Ausarbeitung entsprechender Leitlinien;
— politische und finanzielle Unterstützung von Jugendorganisationen sowie von lokalen und nationalen Jugendräten und
Förderung der Anerkennung ihrer wichtigen Rolle in der Demokratie;
— Förderung der Teilhabe einer größeren Zahl und einer größeren Bandbreite von jungen Menschen in der repräsentativen
Demokratie, in Jugendorganisationen und anderen Organisationen der Zivilgesellschaft;
— wirksamer Einsatz der Informations- und Kommunikationstechnologien, um die Teilhabe junger Menschen auf eine
breitere Grundlage zu stellen und tiefer zu verankern;
— Unterstützung verschiedener Formen des Erwerbs von Partizipationskompetenz von Kindheit an im Rahmen der
formalen Bildung und des nicht formalen Lernens;
— Ausbau der Diskussionsmöglichkeiten zwischen öffentlichen Stellen und jungen Menschen.
Die Kommission wird das Europäische Jugendportal überprüfen und dafür sorgen, dass mehr junge Menschen erreicht
werden.
FREIWILLIGENTÄTIGKEIT
Ziel: Die Freiwilligentätigkeit junger Menschen sollte unterstützt und in stärkerem Maße als wichtige Form des nicht
formalen Lernens anerkannt werden. Hindernisse, die der Freiwilligentätigkeit entgegenstehen, sollten beseitigt und die
grenzüberschreitende Mobilität junger Freiwilliger sollte gefördert werden.
Initiativen der Mitgliedstaaten und der Kommission im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeiten
— Förderung der Anerkennung von Fähigkeiten, die durch Freiwilligentätigkeit erworben wurden, durch Instrumente wie
Europass, Jugendpass und durch von den Mitgliedstaaten finanzierte Instrumente;
— Umsetzung der Empfehlung des Rates über die Mobilität junger Freiwilliger in Europa ( 1 );
— Sensibilisierung für den Wert der Freiwilligentätigkeit, auch durch Peer-to-Peer-Prozesse;
— Förderung des Schutzes junger Freiwilliger und der Qualität der Freiwilligentätigkeit;
— Einbeziehung von jungen Menschen und Jugendorganisationen in Planung, Veranstaltung und Evaluierung des künftigen
Europäischen Jahres der Freiwilligentätigkeit zur Förderung der aktiven Bürgerschaft (2011);
— Förderung der Solidarität zwischen den Generationen durch Freiwilligentätigkeit.
SOZIALE EINGLIEDERUNG
Ziel: Sozialer Ausgrenzung und Armut junger Menschen sollte entgegengewirkt werden, und es sollte verhindert werden,
dass diese Probleme von einer Generation an die nächste weitergegeben werden; ferner soll die gegenseitige Solidarität
zwischen der Gesellschaft und den jungen Menschen gestärkt werden. Die Chancengleichheit für alle sollte gefördert und
jegliche Form der Diskriminierung bekämpft werden.
Initiativen der Mitgliedstaaten und der Kommission im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeiten
— Vollständige Ausschöpfung der Möglichkeiten, die Jugendarbeit und Jugendzentren zur Integration beisteuern können;
— sektorübergreifendes Vorgehen bei der Verbesserung des gemeinschaftlichen Zusammenhalts und der gemeinschaftlichen
Solidarität und beim Abbau der sozialen Ausgrenzung junger Menschen, wobei auf die Interdependenz zwischen
der Ausbildung und Beschäftigung junger Menschen und ihrer sozialen Eingliederung einzugehen ist;
— Förderung der Entwicklung eines interkulturellen Bewusstseins und interkultureller Kompetenzen für alle jungen
Menschen und Kampf gegen Vorurteile;
— Förderung von Informations- und Bildungsaktivitäten, die sich an junge Menschen richten und deren Rechte zum
Gegenstand haben;
— Auseinandersetzung mit den Themen Obdachlosigkeit, Wohnsituation und finanzielle Ausgrenzung;
— Förderung des Zugangs zu Qualitätsdiensten z.B. Verkehr, e-Inclusion (digitale Integration), Gesundheit, Sozialdienste;
— Förderung spezieller Hilfen für junge Familien;
— Einbeziehung von jungen Menschen und Jugendorganisationen in Planung, Veranstaltung und Evaluierung eines
Europäischen Jahres der Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung (2010).
JUGEND IN DER WELT
Ziel: Die Mitwirkung junger Menschen an der Konzipierung und Durchführung globaler politischer Strategien (zu Fragen
wie Klimawandel, Millenniums-Entwicklungszielen der VN, Menschenrechte usw.) sowie etwaiger Folgemaßnahmen und
ihr Beitrag hierzu sowie die Zusammenarbeit junger Menschen mit Regionen außerhalb Europas sollten gefördert werden.
Initiativen der Mitgliedstaaten und der Kommission im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeiten
— Sensibilisierung junger Menschen für globale Fragen wie nachhaltige Entwicklung und Menschenrechte;
— Schaffung von Gelegenheiten für junge Menschen zum Gedankenaustausch mit politischen Entscheidungsträgern über
globale Fragen (beispielsweise durch Teilnahme an internationalen Treffen, virtuellen Plattformen/Foren usw.);
— Förderung des gegenseitigen Verständnisses zwischen jungen Menschen aus der ganzen Welt im Wege des Dialogs
und mithilfe von flankierenden Maßnahmen wie Schulungslehrgängen, Jugendaustauschaktionen und Jugendtreffen;
— Unterstützung der Beteiligung junger Menschen an ökologischen Freiwilligenprojekten und Förderung umweltgerechter
Verbrauchs- und Produktionsmuster (z.B. Recycling, Energieeinsparung, Hybridfahrzeuge usw.);
— Förderung von unternehmerischer Initiative, Beschäftigung, Bildung und Freiwilligentätigkeit in Regionen außerhalb
Europas;
— Förderung der Zusammenarbeit mit den in der Jugendarbeit Tätigen auf den verschiedenen Kontinenten und des
Austauschs zwischen ihnen;
— Ermutigung junger Menschen, sich an Tätigkeiten im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit in ihrem Wohnsitzstaat
oder im Ausland zu beteiligen.
KREATIVITÄT UND KULTUR
Ziel: Die Kreativität und Innovationsfähigkeit junger Menschen sollten gefördert werden, indem sie von frühester Kindheit
an einen besseren, qualitativ hochwertigen Zugang zu und eine bessere Teilhabe an Kultur und kulturellen Ausdrucksformen
erhalten, wodurch ihre persönliche Entwicklung, Lernfähigkeit, interkulturelle Kompetenz, ihr Verständnis für und
ihre Achtung vor der kulturellen Vielfalt gefördert werden und sie mit Blick auf künftige Beschäftigungsmöglichkeiten
neue und flexible Fähigkeiten erwerben.
Initiativen der Mitgliedstaaten und der Kommission im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeiten
— Unterstützung der Entwicklung der Kreativität junger Menschen durch Folgemaßnahmen zu den Schlussfolgerungen
des Rates zur Förderung einer kreativen Generation: Entwicklung der Kreativität und Innovationsfähigkeit von Kindern
und Jugendlichen durch kulturelle Ausdrucksformen und Zugang zur Kultur ( 1 );
— Ausbau des qualitativ hochwertigen Zugangs zur Kultur und zu kreativen Instrumenten, insbesondere unter Einsatz
der neuen Technologien und Verstärkung des Angebots für junge Menschen, innerhalb oder außerhalb der Schule
Kultur für sich zu erfahren und ihre Kreativität auszudrücken und zu entwickeln;
— Erleichterung des Zugangs zu neuen Technologien, um die Kreativität und die Innovationsfähigkeit junger Menschen
zu fördern und ihr Interesse an Kunst, Kultur und Wissenschaft zu wecken;
— Eröffnung des Zugangs zu einem Umfeld, in dem junge Menschen ihre Kreativität und ihre Interessen entwickeln
können und in dem eine sinnvolle Freizeitgestaltung möglich ist;
— Förderung langfristiger Synergien zwischen Strategien und Programmen auf den Gebieten Kultur, Bildung, Gesundheit,
soziale Eingliederung, Medien, Beschäftigung und Jugend im Hinblick auf die Förderung der Kreativität und Innovationsfähigkeit
junger Menschen;
— Förderung der Fachausbildung der Jugendbetreuer auf den Gebieten Kultur, neue Medien und interkulturelle Kompetenzen;
— Förderung von Partnerschaften zwischen dem Kultur- und Kreativbereich und Jugendorganisationen und Jugendbetreuern;
— Erleichterung und Unterstützung der Entwicklung der Begabungen und unternehmerischen Fertigkeiten junger Menschen,
um ihre Beschäftigungsfähigkeit und ihre künftigen Beschäftigungsmöglichkeiten zu verbessern;
— Förderung der Kenntnisse junger Menschen über Kultur und das kulturelle Erbe in den verschiedenen EU-Mitgliedstaaten,
unter anderem durch den Einsatz neuer Technologien.
Quelle: http://eur-lex.europa.eu/ LexUriServ/LexUriServ.do?uri=O J:C:2009:311:FULL:DE:PDF
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Auszug aus den Ergebnissen der Bürgerbeteiligung im Vorfeld des Kärntner Gemeindekonvents
Bei diesen Entscheidungen möchte ich als Bürger einbezogen werden:
• Bauvorhaben, vor allem Großanlagen
• Gemeindezusammenlegungen
• Wasser / Abwasser
• Strategien der Gemeindeentwicklung, Leitbilderstellung
• Große Investitionen der Gemeinde, zb ab einem Prozentsatz des Gemeindehaushaltes
• Finanzen, Aufnahme von Krediten
• Wege / Straßen, Radwege, Wanderwege
• Soziale Projekte, Kultur
• Umwidmungen, Flächenwidmungsplan
• Betriebsansiedlungen
• Entscheidung über Kostenerhöhung
• Personalentscheidungen
• Ortsbild, Dorferneuerung
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Quelle: Salzburger Nachrichten, 21.7.2011
Notstand. In jeder zweiten Gemeinde fehlen geeignete Kandidaten. Der Beruf ist auch finanziell unattraktiv, wie ein Vergleich mit Geschäftsführern zeigt.
Fritz Pessl G emeindebundpräsident Helmut Mödlhammer (ÖVP) schlägt Alarm: Der Mangel an Bürgermeistern ist eklatant. In jeder zweiten Gemeinde gibt es bereits ein Nachfolgeproblem. Und jene, die sich für den Beruf interessieren, kommen zu zwei Drittel aus dem öffentlichen oder halböffentlichen Bereich. „Es wird zunehmend problematisch, geeignete Persönlichkeiten für dieses Amt zu gewinnen. Wir wollen ja schließlich auch nicht irgendwen, sondern nach Möglichkeit jene Menschen, die am besten geeignet sind“, sagt Mödlhammer, der selbst Bürgermeister der Salzburger Gemeinde Hallwang ist.
Seinen Notruf untermauert der Chef über 2345 Kommunen mit einer Studie von Price Waterhouse Coopers (PWC), in der Bürgermeister mit angestellten Geschäftsführern verglichen werden. Das Ergebnis aus Mödlhammers Sicht: „Bürgermeister sind nicht privilegiert, sondern benachteiligt.“ Finanziell, sozialrechtlich und was Haftungsrisiken betrifft.
Die bei PWC für den öffentlichen Sektor zuständige Direktorin, Ex-Justizministerin Karin Gastinger, dazu: „Die Haftungsrisiken für Bürgermeister sind hoch – sowohl zivilrechtlich wie auch strafrechtlich. Bei Sorgfaltswidrigkeiten droht ihm sofort ein Verfahren wegen Missbrauchs der Amtsgewalt.“ Beim durchschnittlichen Jahreseinkommen 2009 (Grundgehalt ohne Zulagen und Boni) verdienten Ortschefs von kleinen Gemeinden rund die Hälfte weniger als Geschäftsführer, bei großen Kommunen betrage die Gehaltsdifferenz rund ein Viertel (siehe dazu Kasten rechts). Auch die jährlichen Ausgaben für Ortschefs pro Einwohner wurden erhoben. In Vorarlberg, wo die Gemeinden im Schnitt 3834 Einwohner haben, kostet der Bürgermeister pro Bürger jährlich 12,5 Euro. „Das sind drei Halbe Bier im Jahr“, sagt Mödlhammer. In Salzburg (Gemeindeschnitt 3235 Einwohner) kosten die Bürgermeister den Bürger 18,6 Euro.
„Die Zeiten, in denen man dieses Amt mit ein paar Eröffnungen und Stammtischbesuchen verbunden hat, sind lang vorbei. Die heutigen Anforderungen an Bürgermeister erfordern ein hohes Ausmaß an Managementkompetenz“, erklärt Mödlhammer. Und weiter: „Er ist für das Budget zuständig, für die Planung und Durchführung von Projekten, hat Mitarbeiter zu führen, Beteiligungen zu verwalten und die Interessen seiner Gemeinde in diversen Verbänden zu vertreten.“ Die Amtsstunden bezifferte er mit im Schnitt 30 bis 40 Wochenstunden. Eigentlich müsse man heute statt vom Amt vom Beruf des Bürgermeisters sprechen. „Das ist ein entscheidender Unterschied, der auch dazu führt, dass im Zentrum des eigenen Lebens die Aufgabe als Bürgermeister steht und oft nicht mehr der zivile Beruf“, betont Mödlhammer. Diesen könnten Ortschefs nur noch kaum oder stark eingeschränkt ausüben. Besonders schwierig sei die Lage in Gemeinden mit 5000 bis 7000 Einwohnern, weil der Verdienst relativ gering sei, aber die Belastung für einen Zivilberuf zu hoch.
Mödlhammer möchte nun eine Arbeitsgruppe aus unabhängigen Experten (Wirtschaftstreuhänder, Rechnungshof, Sozialpartner) einsetzen, die die Tätigkeit der Bürgermeister untersuchen und Kriterien festlegen sollen, um wieder die besten Kandidaten für das Amt zu gewinnen. „Ich könnte mir ein Modell vorstellen, das Bonuszahlungen im Erfolgsfall vorsieht. Dazu bedarf es klarer Kriterien, die wir gemeinsam mit der Wirtschaft erarbeiten wollen.“
Bürgermeister, die ihre Gemeinden gut führen, sollten dafür auch belohnt werden. Dieses System der Erfolgsprämien sei in der Privatwirtschaft auf dieser Ebene eine Selbstverständlichkeit. „Hier geht es auch darum, Anreize zu schaffen, damit erfolgshungrige Menschen die Übernahme dieses Amtes nicht schon vorweg ablehnen“, sagt Mödlhammer.
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Werkzeuge für Führungsmenschen und BeraterInnen!
Über Jahrzehnte hinweg haben Ludwig Kapfer und sein Netzwerk Organisationen im In- und Ausland begleitet – da kommt schon einiges zusammen an bewährten Modellen und Methoden:
• komplex genug, um wechselnden Wirklichkeiten gerecht zu werden,
• einfach genug, um rasch Antworten entwickeln zu können! Bedienen Sie sich aus den Bereichen Organisationsentwicklung, Präsentation, Marketing, Personalentwicklung, Führung, …
Di 28.6.2011, 18h im Bildungshaus Mariatrost, Graz, www.mariatrost.at
18.00 Begrüßung durch Mag. Hans Putzer, Hausherr und Co-Autor, Ludwig Kapfer, Co-Herausgeber und durch Bernhard Possert, Moderation und Co-Herausgeber;
18.20-19.30: Kurze AutorInnen-Workshops, in denen die Autoren das Wichtigste ihrer Artikel anreißen und auf Teilnehmer-Fragen eingehen
1. 18.20-18.40 Parallele Mini-Workshops von AutorInnen: Ludwig Kapfer, Eva Maria Glanz-Possert, Heike Stark, Georg Plank, Peter Possert-Jaroschka
2. 18.45-19.05 Parallele Mini-Workshops von AutorInnen: Peter Zavarsky, Horst Hönig, Edi Ulreich, Christian Ehetreiber / Martina Mauthner, Bernhard Possert
3. 19.10-19.30 Parallele Mini-Workshops von AutorInnen: Wolfgang Rath, Gerhard Maier, Taliman Sluga, Karin Grasenick, Winfried Hofer
19.40-20 Abschluss im Plenum
20.00 Buchverkauf, Ausklang beim Buffet
Wir bedanken uns recht herzlich beim Bildungshaus Mariatrost für die großzügige Unterstützung, Bildungshaus Mariatrost
Prospekt des Buches
Inhaltsangabe mit einer Zuordnung von AutorInnen zu Artikeln
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Der Ruf nach mehr Eigenverantwortung schallt durchs Land: Jede/r für sich, die Familien für sich, die Nachbarschaft für sich, die Gemeinden für sich ... genau! und: Es braucht auch die Verantwortung von “oben”, einerseits Rahmenbedingungen dafür zu schaffen und gleichzeitig dort zu unterstützen, wo die kleinere Einheit nicht kann ... wir werden uns noch ordentlich mit diesem Konzept der Subsidiarität auseinandersetzen müssen!
Subsidiarität bedeutet:
1. Institutionen gleich welcher Art dürfen nur dann tätig werden und Funktionen von Personen oder von sozialen Systemen niederer Stufe nur dann hilfsweise übernehmen,
a) wenn und solange deren Vermögen nicht ausreichen und
b) deren Funktionen für das Gemeinwohl erheblich sind.
2. Ohne (oder gar gegen) den Willen der Betroffenen können Institutionen nur tätig werden, wenn sonst das Gemeinwohl ersthaft und anhaltend gefährdet wird. In diesen Fällen kann eine Pflicht einzugreifen entstehen.
Quelle: Gruber, Die Kunst der Aggression, 2002, S.224, http://www.amazon.de/Aggr ession-Emotionen-Energien-behe rrschen-b%C3%BCndeln/dp/378447 4233/
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